Unserem kostbaren Gut droht Gefahr, schleichend und für das menschliche Auge unsichtbar. Unsere Gewässer enthalten heutzutage tausende verschiedene Chemikalien und nur für wenige gibt es Grenzwerte. Nicht alle sind giftig, aber viele schaden unserer Gesundheit. Das Wasser in Europa ist sauber, so heisst es. Bedenkenlos trinken wir es direkt aus der Leitung. Doch unsere moderne Industriegesellschaft hat in den letzten Jahren rund 100.000 neue Chemikalien hervor gebracht. Tag für Tag gelangen riesige Mengen davon in unser Trinkwasser, in Meere und Flüsse. Viele stammen von Medikamenten, die wir achtlos wegwerfen. Zahlreiche Arzneien kann der Körper nicht vollständig verwerten und scheidet sie deswegen wieder aus. Bei Antibiotika sind das bis zu 70%, beim Grippemittel Tamiflu 80-90%, beim Antidiabetikum Metformin sogar 100%. Über die Landwirtschaft landen Pestizide und andere Gifte in Boden und Grundwasser. Hilfsstoffe in Reinigungsmitteln, Kosmetika und Textilien landen in der Kanlisation. Hinzu kommen Abwässer der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Über 200 Chemikalien wurden haben die Forscher in den Gewässern Europas nachgewiesen. Und das sind nur die Substanzen, für die es überhaupt Nachweisverfahren gibt. Es gibt tausende weitere Substanzen für die nicht bekannt sind und für es keine Grenzwerte gibt. Hinzu kommt auch für die Substanzen für die das Wasser laut Gesetz überprüft wird, gelten nach Ansicht der Forscher zu niedrige Grenzwerte. Grenzwerte werden im Labor ermittelt. Dazu nutzen Forscher „Versuchstiere“ Die Forscher setzen z.B. Wasserflöhen den Substanzen 1-2 Tage in Reagenzgläsern aus. Es wird aber nicht bedacht, dass in der Natur Lebewesen diesen Substanzen dauerhaft ausgesetzt sind und ganz andere komplexere Zusammenhänge eine Rolle spielen. Wie kann es sein, dass nach diesen Schnelltests unsere Grenzwerte festgelegt werden? Warum werden nur 33 Substanzen getestet? Wo es doch tausende Substanzen in unserem Wasser gibt.